Pamphlet #8. Computationelle Textanalysen als fünfdimensionales Problem: Ein Modell zur Beschreibung von Komplexität

von Evelyn Gius
November 2019

 

Ansätze der computationellen Literaturwissenschaft sind inzwischen fester Teil der Digital Humanities und basieren auf einer Reihe von etablierten und neuen Verfahren, die computationelle Textanalyse mit literaturwissenschaftlichen Forschungsinteresse ermöglichen. Entsprechend besteht ein großer Bedarf an der Beschreibung und Reflexion dieser Zugänge, sowohl innerhalb der Digital Humanities als auch mit Blick auf das Verhältnis von computationeller Literaturwissenschaft zur nicht-computationellen Literaturwissenschaft. Um eine solche Reflexion zu erleichtern, wird in diesem Beitrag ein Modell vorgestellt, das die Komplexität computationeller Textanalysen in Bezug auf die betrachteten Phänomene und Texte sowie auf die Erkenntnisse der Analyse fasst. Konkret werden fünf Dimensionen vorgeschlagen, anhand derer jede computationelle Textanalyse in der Literaturwissenschaft – und darüber hinaus – beschrieben werden kann: (1) die Zusammengesetztheit der analysierten Phänomene, (2) die Kontextualisierung der Phänomene, (3) die Heterogenität der betrachteten Texte, (4) der Analysemodus und (5) der Erkenntnisbeitrag der computationellen Analyse.

 

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